Transaktionskostentheorie
Die Transaktionskostentheorie untersucht, welche Arten von Transaktionen in welchen institutionellen Arrangements am effizientesten abgewickelt werden können. Gesucht sind die institutionellen Arrangements, in denen die kumulierten Transaktions- und Produktionskosten am niedrigsten sind.
Unter einer Transaktion versteht man hier den Austausch von Gütern und Leistungen.
Die Transaktionskosten sind die Kosten, die durch eine Transaktion verursacht werden. Transaktionskosten unterliegen dem Einfluss
• des Bedarfs an transaktionsspezifischen Investitionen (standortspezifische Investitionen (Zulieferer), Investitionen in Reputation (Etablierung eines Markennamens), abnehmerspezifischer Investitionen (Produktionsverfahren, Kapazitätserweiterung), Investitionen in Humankapital (Kontakte)),
• der mit der Transaktion verbundenen Unsicherheit und
• der Häufigkeit einer Transaktion.
Das institutionelle Arrangement ist der Kontext (Organisation, Verband, Markt, ...) in dem eine Transaktion stattfindet.
Über die an einer Transaktion beteiligten Akteure werden die Annahmen gemacht, dass sie begrenzt rational handeln, das ihr Handeln opportunistisch (auf den eigenen Vorteil bedacht, listig, mit Täuschung und Verbergen von Informationen verbunden) und neutral gegenüber Risiken ist. Ziel der Akteure sind geringe Transaktionskosten sowie der Schutz vor dem Opportunismus des Vertragspartners.
Ergebnisse
Der Markt ist immer dann das effizienteste institutionelle Arrangement, wenn Transaktionen nicht mit hoher Unsicherheit oder transaktionsspezifischen Kosten verbunden sind.
Eine organisationsinterne Lösung bietet sich an, wenn hohe Transaktionsunsicherheiten bestehen, insbesondere, wenn hohe Gewinne aus opportunistischem Verhalten möglich sind.
Zwischen diesen Randfällen kommen hybride Lösungen, wie z.B. langfristige vertragsgestützte Kooperation, in Frage.
Bewertung
Die Kernaussagen der Transaktionskostentheorie sind im Rahmen empirischer Überprüfungen bestätigt. Die Transaktionskostentheorie beruht auf plausiblen Einflussfaktoren. Die Transaktionskostentheorie findet breite Verwendung in der Volkswirtschaftslehre wie in der Betriebswirtschaftslehre.
Interdependenzen zwischen Transaktionsformen sind kaum berücksichtigt. Die Ermittlung von Transaktionskosten ist häufig schwierig, sowohl im Nachhinein als auch im Voraus.